Paso Fino Colombiano
Herkunft:
Kolumbien
Verbreitung:
Kolumbien, Amerika, Europa
Ursprung:
Iberische Pferderassen
Beginn der Zucht:
Zuchtbuch in Kolumbien seit rund 40 Jahren
Farben:
Keine Einschränkungen
Extérieur:
Kleiner, leicht konvexer Kopf mit grossen, weit an der Seite des Kopfes platzierten Augen, die möglichst kein Weiss zeigen sollten. Grosse, ausgeprägte Nüstern, stark gebogener Hals, tief angesetzte Schultern und mittellanger Rücken. Volles Langhaar erwünscht
Verwendung:
Show–, Freizeit– und Westernreiten, Arbeits– und Familienpferd
Spezifische Gangart:
Paso Fino, Paso Corto, Paso Largo, Trab, Galopp
Grösste Zuchtstätten:
Kolumbien, Puerto Rico und USA
Zucht/Verbreitung
In den 60- und 70-er Jahren entstand in den USA binnen kürzester Zeit eine millionenträchtige Showszene in Florida, Georgia, North- und South-Carolina, in den Südstaaten Tennessee und Kentucky sowie in Texas und in Kalifornien. Neben den USA sind die Hauptzuchtgebiete Kolumbien, Costa Rica, Puerto Rico weitere Inselstaaten und mittlerweile auch Europa.
Die ersten Paso Finos wurden in den 70–ern vom Westerntrainer Jean Claude Dysli nach Deutschland gebracht. Heute, rund dreissig Jahre später, kann davon ausgegangen werden, dass es in ganz Europa rund 700 Paso Finos gibt, Tendenz steigend.
Die Landeszucht in den Ursprungsländern folgt immer noch den altspanischen Mustern, die bis zur Befreiung der spanischen Kolonien vor fast 200 Jahren in ganz Südamerika üblich waren. Die Südamerikaner konzentrierten die Zucht ihrer Pferde über Generationen hinweg auf die ihnen angeborenen Gangarten. So entstand und besteht in den Ursprungsländern heute noch eine breite Gangartenvielfalt. In allen Pasoländern finden wir Pferde vom Tronchatyp (Diagonalbetonung, dem Trab ähnlich) und den Pasollanotyp (Lateralbetonung der Gänge). So heissen denn in Peru und auch anderswo Pasopferde , die einen besonders guten Tölt zeigen, Paso Finos.
Die bei uns bekannte Einteilung in die Rassen Paso Fino, Paso Peruano, etc. sind also nicht in den Ursprungsländern, sondern in den USA entstanden: Vereinfacht wurde aus der Gangbezeichnung ein Rassenamen gemacht.
Die Gangartenvielfalt der Pasopferde ist jedoch wesentlich vielseitiger. Entsprechend werden die Liebhaber südamerikanischer Pferde sich mit der Zeit sicher auch mit den anderen Gangarten der Pasopferde – Trote/Trab; Trocha/Trabtölt – anfreunden, welche in den USA und in Europa bisher wenig registriert, respektive berücksichtigt wurden.

Eignung
Die Zucht der Paso Finos zielt seit vielen Jahren sowohl auf Show- und Paradepferde als auch auf den Einsatz als Freizeitpferd. Landläufig gilt in Europa für Paso Finos die Einteilung in die drei unten aufgeführten Hauptgruppen. Selbstverständlich zeigen die Paso Finos zusätzlich oft auch einen schönen Trab und einen gut gesprungenen Galopp.
Weitere Spezialgänge bieten die Trochadores (Trocha anstatt Tölt = Trabtölt). Hierbei setzt das Vorderbein einen Sekundenbruchteil vor dem diagonal gegenüberliegenden Hinterbein auf, was sich für den Pferdekenner wie ein Trab mit Echo anhört und die Schwebephase praktisch eliminiert (kein Rütteln und Schütteln). Nicht minder erwähnenswert sind die Troton Galoperos, die einen guten und ausserordentlich bequem zu sitzenden Trote (Trab ohne Schwebephase) zeigen und meist auch im Galopp geschult sind.

Die unterschiedlichen Tempi:
Paso Fino: die Taktfrequenz ist sehr hoch, das Pferd trippelt mehr oder weniger auf der Stelle.
Paso Corto: entspricht vom Tempo her einem trabenden Pferd und eignet besonders für Langstrecken und/oder Wanderreiten
Paso Largo: Mit diesem Gang können Geschwindigkeiten erreicht werden, bei denen ein „normales Pferd” bereits galoppiert

Classic Fino-Typ / Showpferd
Der Classic Fino-Typ zeigt kurze, akzentuierte Schritte in einer perfekten Haltung und ist feurig, sehr spritzig und äusserst temperamentvoll. Aufgrund des Körperbaus eignen sich die „Feinsten der Feinen” ganz besonders für die hohe Versammlung. Die Classic Finos schweben in einer derart schnellen Trittfrequenz über den Holzsteg, das die Pferde der höchsten Klassen in einer Art Piaffe eher auf der Stelle treten, als sich fortzubewegen.
Für die Freizeitreiterei ist der Classic-Fino Typ nicht geeignet, weil der Umgang mit den sensiblen Tieren praktisch keine Fehler erlaubt: Mangelnde Disziplin und Ruhe und reiterliches Ungeschick enden rasch mit sehr viel Unruhe und Unsicherheit auf beiden Seiten.

Performance-Typ / Freizeit- und Showreiter
Aufgrund seiner Gangdynamik ist der Performance-Typ für das Gelände ebenso geeignet wie für den Showring. Geeignet für gute Reiter die gerne mit ihren Pferden arbeiten (z.B. Dressur) jedoch dem zuweilen überschäumenden Temperament des Pferdes mit Ruhe und Können Rechnung zu tragen wissen.

Pleasure-Typ / Freizeitreiter
Der in Europa wohl am weitesten verbreitete Pleasure-Typ eignet sich auf Grund seines sensiblen, freundlichen Charakters und seines meist gut kontrollierbaren Temperaments und der grossen Ausdauer besonders als Freizeit- oder Familienpferd. In Südamerika finden diese Pferde auch heute noch Verwendung als Arbeitstiere.